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Nährstoffe

Unser Körper braucht Nährstoffe, um zu funktionieren. Wenn du an einer CED leidest, solltest du auf eine gute Nährstoffzufuhr achten, um Mangelerscheinungen vorzubeugen.

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Nährstoffbedarf und Nährstoffmangel bei CED

Hier findest du Informationen zu den wichtigsten Nährstoffen, die dir bei Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa fehlen können.

Warum kann es bei CED zu Nährstoffmangel kommen?

Beim Sport, während der Arbeit oder einfach nur zum Atmen: Damit unser Körper normal arbeiten kann, brauchen wir die unterschiedlichsten Nährstoffe. Diese nehmen wir vor allem über Essen und Trinken auf, bevor diese im Magen-Darm-Trakt verstoffwechselt werden.

Wenn du an einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung leidest, musst du besonders darauf achten, dass du ausreichend Nährstoffe zu dir nimmst. Denn je nachdem, welche Darmabschnitte von der Entzündung betroffen sind, können Eisen, Magnesium & Co. nicht vollständig aufgenommen werden. Außerdem erhöht sich gerade während eines Schubs der Nährstoffbedarf. Hinzu kommt, dass du bei Durchfall auch Mineralien und Vitamine verlierst. Vielleicht verschlagen dir die Schmerzen auch den Appetit, sodass du weniger isst, oder du meidest intuitiv bestimmte Lebensmittel, weil sie dir in akuten Phasen möglicherweise nicht guttun. Daher kann es bei CED leicht zu Mangelerscheinungen kommen.

Nährstoffmangel – das kannst du tun

Wenn du an einer CED leidest, hast du einen erhöhten Nährstoffbedarf. Die folgenden wichtigen Nährstoffe fehlen häufig bei CED Patienten. Viele der genannten Symptome überschneiden sich oder ähneln den Symptomen deiner CED als Haupterkrankung. Daher ist es besonders wichtig, dass dein Arzt erst einmal feststellt, was dir fehlt, bevor du mit der Therapie beginnst. Sprich immer erst mit deinem Arzt, bevor du deine Ernährung umstellst oder auf Nahrungsergänzung oder Supplemente zurückgreifst. Er kann untersuchen, welche Nährstoffe dir konkret fehlen, und dann entscheiden, welche Vorgehensweise die richtige für dich ist. Denn bei manchen CED-Patienten funktionieren herkömmliche Methoden zur Nährstoffzufuhr nicht – etwa weil der Darm nicht ausrei-chend Nährstoffe aufnimmt, ihnen ein Stück des Organs entfernt wurde, oder weil sie zum Beispiel Eisenpräparate nicht vertragen.

Hier siehst du, welche Nährstoffe dein Körper braucht und in welchen Lebensmitteln sie enthalten sind:

Eisen Eisen
Magnesium Magnesium
Calcium Calcium
Vitamin B12 Vitamin B12
Zink Zink
Vitamin B9/Folsäure Vitamin B9/Folsäure
Eiweiß/Proteine Eiweiß/Proteine

Eisen

Eisenmangel entsteht bei CED-Patienten aus verschiedenen Gründen: Zum einen durch den Blutverlust, der mit den chronischen Durchfällen oftmals einhergeht, zum anderen aber auch durch die krankheitsbedingt eingeschränkte Eisenaufnahme des Körpers. Das kann im schlimmsten Fall zu Anämie (Blutarmut) führen.

Symptome: Menschen mit Eisenmangel leiden unter Müdigkeit und Abgeschlagenheit – Symptome, die für CED-Patienten grundsätzlich zutreffen. Daher solltest du regelmäßig deine Blutwerte überprüfen lassen. Ein Indikator für Eisenmangel können ein Kribbeln und/oder Empfindungsstörungen in den Händen und Füßen sein.

Das kannst du tun: Eisenhaltige Lebensmittel können einem Mangel vorbeugen: zum Beispiel rotes Fleisch, Vollkornprodukte, Nüsse und Kerne sowie Gemüsesorten wie Mangold, Zucchini, Fenchel, Feldsalat, Rucola, Spinat oder auch Grünkohl und Rosenkohl – falls diese dir bekommen. Im Reformhaus kannst du auch eisenhaltige Säfte kaufen. Eisentabletten sind häufig schwer verdaulich und haben entsprechend Nebenwirkungen.

Magnesium

Insbesondere bei Morbus Crohn kommt es häufiger zu Magnesiummangel, der meist auf eine gestörte Aufnahme des Mineralstoffs aus dem Dünndarm zurückzuführen ist. Außerdem stehen verschiedene Medikamente, darunter auch Cortinsonhaltige Präparate, mit einem Magnesiummangel in Verbindung.

Symptome: Die Anzeichen für Magnesiummangel sind teilweise nicht eindeutig. Unkontrolliertes Flattern der Augenlider und häufige Muskelkrämpfe sind jedoch ein Indiz dafür, dass es dir an dem wichtigen Mineralstoff fehlen kann.

Das kannst du tun: Magnesium findet sich beispielsweise in Getreideprodukten, grünem Gemüse, Nüssen und Kernen. Auch Hülsenfrüchte enthalten Magnesium. Aufgrund ihrer blähenden Wirkung können sie bei CED jedoch kontraproduktiv sein. Magnesium lässt sich auch über Nahrungsergänzungsmittel aufnehmen. Doch Vorsicht: Zu viel Magnesium kann zu Durchfall führen. Daher solltest du vorher mit deinem Arzt klären, welche Dosis für dich richtig ist.

Calcium

Der Körper benötigt Calcium für viele Funktionen. So kann Calciummangel für dich ein Thema sein, wenn du aufgrund deiner CED Cortison nimmst. Hat der Körper im Blut nicht ausreichend freies Calcium zur Verfügung, greift er auf unseren größten Speicher zurück: die Knochen. Leidest du also länger an einer Unterversorgung des Mineralstoffs, kann das negative Auswirkungen auf die Festigkeit deiner Knochen haben.

Symptome: Wenn du an einem Calciummangel leidest, kann es zu Kribbeln sowie Krämpfen in Hän-den und Füßen kommen. Auch deine Reflexe können stärker sein: Deine Muskeln reagieren zum Beispiel heftiger, wenn der Arzt mit dem Hammer auf bestimmte Reflexzonen klopft. Auch werden deine Fingernägel brüchiger, und langfristig kann es zu Herzrhythmusstörungen kommen.

Das kannst du tun: Milch und Milchprodukte sind die bekanntesten Calciumquellen. Auch verschiedene Käsesorten wie Parmesan oder Emmentaler enthalten viel Calcium. Zudem sind grüne Gemüsesorten, speziell Grünkohl, Rucola oder Fenchel sowie Kräuter reich an dem wichtigen Mineralstoff, falls du zusätzlich zu deiner CED an einer Laktose-Intoleranz leidest. Was viele Menschen nicht wissen: Auch Mineralwasser ist häufig calciumhaltig – achte beim nächsten Einkauf einfach auf einen hohen Calciumgehalt, idealerweise bei einem niedrigen Natriumgehalt.

Vitamin B12

Ein Mangel an Vitamin B12 kann auftreten, wenn das Ileum (Krummdarm, der untere Teil des Dünn-darms) des Patienten entfernt wurde. Denn dort wird Vitamin B12 aus der Nahrung aufgenommen.

Symptome: Die Symptome eines Vitmin-B12-Mangels sind vielfältig und unspezifisch, langfristig aber gravierend. Neben Blutarmut und damit einhergehender Blässe kann auch das sogenannte „Ameisenlaufen“ an Armen und Beinen auftreten, zudem sind Schwindel und Kopfschmerzen gängig.

Das kannst du tun: Patienten, deren Vitamin-B12-Mangel durch die Entfernung des Ileums begründet ist, sind auf eine parenterale Verabreichung des Vitamins über eine Magensonde angewiesen.

Zink

Zink wird über den Dünndarm aufgenommen. Ein gesunder Mensch kann seinen Zinkbedarf ohne Weiteres über eine abwechslungreiche Nahrung decken. Ist der Darm jedoch permanent entzündet, kann der Körper das Zink möglicherweise nicht gut aufnehmen.

Symptome: Zinkmangel kann sich durch verschiedene Symptome äußern, wie beispielsweise Durchfall, aber auch eine höhere Infektanfälligkeit, Hautprobleme, Stimmungsschwankungen und eine verschlechterte Wundheilung.

Das kannst du tun: Zink ist vor allem in tierischen Lebensmitteln enthalten, wie etwa Kalbfleisch, verschiedenen Käsesorten oder Austern. Doch auch Paranüsse, Erdnüsse, Sonnenblumenkerne und Haferflocken sind gute Zinklieferanten. Zudem lässt sich Zink auch über Nahrungsergänzung aufnehmen.

Wichtig: Eine Überdosis kann sich gesundheitsschädlich auswirken. Wenn du auf Nahrungsergänzungsmittel wie etwa Trinknahrung zurückgreifen möchtest, sprich vorher mit deinem Arzt.

Vitamin B9/Folsäure

Folsäure benötigt der Körper für die Zellteilung sowie für Wachstumsprozesse. Vor allem Schwangere haben einen erhöhten Folsäurebedarf – ohne eine ausreichende Versorgung können Schäden bei der Entwicklung von Blut, Zellen und DNA entstehen. Dauerhafter Folsäuremangel führt zu Blutarmut (Anämie).

Symptome: Änhlich wie bei einer Anämie, die durch Eisenmangel entsteht, leiden Betroffene an Müdigkeit und Konzentrationsstörungen. Typisch ist auch eine entzündliche Veränderung der Zunge sowie eine verstärkte Blutungsneigung, da der Körper infolge der Unterversorgung zu wenig Blutplättchen bildet.

Das kannst du tun: Folsäure ist vor allem in grünem Blattgemüse enthalten (folium, lat. „Blatt“), au-ßerdem in Tomaten, Spargel, Kohl und Hülsenfrüchten – die letzteren solltest du als CED-Patient eher nicht essen, da sie stark blähen. Auch Eigelb enthält Folsäure, zudem ist Speisesalz oft Folsäure zugesetzt.

Eiweiß/Proteine

Bei den für Morbus Crohn und Colitis ulcerosa typischen Durchfällen verlierst du viele Eiweiße. Wir benötigen sie für fast alles, was in unserem Körper passiert – sie stecken in jeder unserer Körperzellen. Bei CED kann der entzündete Darm häufig weniger Proteine aufnehmen. Das führt dazu, dass du mehr aufnehmen musst.

Symptome: Wenn dein Körper nicht ausreichend viel Eiweiß erhält, holt er sich den fehlenden Nähr-stoff aus den Körperzellen. Haut, Haare und Fingernägel werden spröde, du wirst träge, schläfst aber nicht gut, und du bist ständig hungrig. Zudem ist es möglich, dass du Gewicht verlierst und häufiger krank bist.

Das kannst du tun: Eiweiß ist in vielen Lebensmitteln enthalten, vor allem in tierischen Lebensmitteln wie Fleisch, Eiern und Milchprodukten. Doch auch pflanzliche Nahrungsmittel, die für viele CED-Patienten bekömmlich sind, enthalten Eiweiß, zum Beispiel Getreidesorten wie Quinoa, Amaranth, Reis, Weizen und Hafer, aber auch Nüsse und Samen. Hülsenfrüchte sind ebenfalls echte Protein-bomben, aber bei CED eher nicht zu empfehlen, da sie stark blähen.