Wir nutzen Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service auf unserer Webseite zu bieten. Durch den Besuch unserer Webseite erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Mehr dazu.

Familienplanung bei Morbus Crohn

Einem Kinderwunsch steht grundsätzlich nichts im Wege. Allerdings sollten Sie einige Vorsichtsmaßnahmen beachten.

Headerbild

Icon

Was Sie bei Ihrer Familienplanung beachten sollten

Informieren Sie sich hier über einige grundlegende Zusammenhänge. Für eine umfangreiche und individuelle Beratung sprechen Sie bitte mit Ihrem Arzt.

Vererbung

Vererbung

Morbus Crohn wird durch vielfältige Ursachen ausgelöst und ist keine direkt vererbbare Erkrankung.

Jedoch haben Kinder von Menschen mit Morbus Crohn ein erhöhtes Risiko, später selbst zu erkranken: Wenn ein Elternteil erkrankt ist, liegt das Risiko für das Kind bei bis zu 10 %. Sind beide Elternteile erkrankt, steigt das Risiko bis auf 36 %.

Fruchtbarkeit

Fruchtbarkeit

Wie auch bei gesunden Menschen stehen die Chancen für eine Schwangerschaft am besten, wenn Sie entspannt sind und ein erfülltes Sexualleben haben.

Prinzipiell gibt es keine medizinischen Gründe, die gegen eine sexuelle Aktivität bei Morbus Crohn sprechen. Krankheitsbedingte Symptome, wie z. B. Bauchkrämpfe oder Durchfall, oder emotionale Gründe können jedoch Hindernisse darstellen. Auch wenn es Ihnen schwerfällt, sollten Sie mit Ihrem Partner über Ihre Erkrankung und Ängste sprechen, um Ihre gemeinsam Sexualität zu genießen. Neben dem Sexualleben sind Fruchtbarkeit bzw. Zeugungsfähigkeit von Frauen und Männern entscheidende Faktoren bei der Erfüllung eines Kinderwunsches. Generelle Auswirkungen von Morbus Crohn auf Fruchtbarkeit und Zeugungsfähigkeit gibt es nicht. Vor allem in der schubfreien Zeit sind beide Geschlechter in der Lage, Kinder zu zeugen. Anders verhält es sich während einer Schubphase. In dieser Zeit kann die Fruchtbarkeit bei Frauen herabgesetzt sein – dies ist jedoch nur vorübergehend. Bei Männern können krankheitsbedingte Komplikationen wie z. B. die Bildung von Abszessen und Fisteln auftreten und Auswirkungen auf Erektion und Samenerguss haben.

Timing

Timing

Die Wahrscheinlichkeit ein Kind zu zeugen ist bei guter Krankheitskontrolle, d. h. in der entzündungsfreien, schubfreien Phase, am höchsten. Diese gute Kontrolle kann durch medikamentöse Therapie erreicht werden.

Dem gegenüber steht häufig der Wunsch der Eltern, Medikamente vor der Schwangerschaft abzusetzen. Einige Medikamente müssen frühzeitig vor Verwirklichung eines Kinderwunsches abgesetzt werden, andere dürfen weiter eingenommen werden. Lassen Sie sich dazu von einem erfahrenen Arzt, dem Sie vertrauen, beraten. Es ist wichtig, gemeinsam eine individuelle Lösung für ausreichende Krankheitskontrolle und dem Absetzen von Medikamenten zu finden, da die Aktivität der Erkrankung zu Beginn der Schwangerschaft einen Einfluss auf den Krankheitsverlauf während der Schwangerschaft hat.

Krankheitsverlauf

Krankheitsverlauf

Der Krankheitsverlauf von Morbus Crohn während der Schwangerschaft ist primär von der Aktivität der Erkrankung zum Zeitpunkt der Befruchtung abhängig.

Wenn die Aktivität des Morbus Crohn zum Zeitpunkt der Befruchtung niedrig ist, liegt das Risiko für einen erneuten Schub (Rezidiv) im Laufe der Schwangerschaft bei ca. 25 % – genauso hoch wie bei nicht schwangeren Morbus-Crohn-Patientinnen. Ist die Krankheitsaktivität zum Beginn der Schwangerschaft jedoch hoch, bleibt sie bei mehr als 50 % der Patienteninnen hoch oder verschlechtert sich. Erneute Schübe treten meistens in den ersten drei Schwangerschaftsmonaten auf. Teilweise werden diese frühen Rezidive durch das eventuelle Absetzen der Medikamente am Anfang der Schwangerschaft ausgelöst. Planen Sie daher den Beginn der Schwangerschaft wenn möglich in einer Phase mit niedriger Krankheitsaktivität.

Stress

Stress

Die medikamentöse Therapie während der Schwangerschaft ist individuell und sollte stets mit Ihrem Arzt abgesprochen werden.

Verschiedene Medikamente, die sich in Ihrer Wirksamkeit und dem Risiko für das Kind unterscheiden, stehen zur Behandlung der Morbus-Crohn-Erkrankung zur Verfügung. Bei der Gestaltung der Therapie steht neben dem Wohl des Kindes ebenfalls die Gesundheit der Mutter im Vordergrund. Daher wird Ihr Arzt beurteilen, ob die Behandlung während der Schwangerschaft unterbrochen, fortgeführt oder umgestellt werden sollte. Tritt während der Schwangerschaft ein starker akuter Schub auf, wird eine Therapie jedoch zwangsläufig erforderlich. Vertrauen Sie Ihrem Arzt – er weiß, welche Medikamente eingesetzt werden können. Auch wenn Sie Ihr Kind nicht gefährden möchten, sollten Sie eine Therapie nicht aus Fürsorge ablehnen. Der Flüssigkeits- und Blutverlust im Schub sind ein größeres Risiko für Ihr Kind als die medikamentöse Therapie.

Behandlung in der Stillzeit

Behandlung in der Stillzeit

Prinzipiell spricht die Diagnose Morbus Crohn nicht dagegen, Ihr Kind zu stillen. Allerdings sind während der Stillzeit die Behandlungsmöglichkeiten eingeschränkt, da Medikamente über die Muttermilch auf das Kind übergehen können.

Einige systemische Wirkstoffe und Biologika dürfen nicht eingesetzt werden. Ist ein Einsatz dieser Medikamente aufgrund einer hohen Krankheitsaktivität unumgänglich, sollten Sie eine vorzeitige Beendigung der Stillzeit in Betracht ziehen. Halten Sie bei dieser Entscheidung in jedem Falle Rücksprache mit Ihrem behandelnden Arzt.