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Fakten zu Morbus Crohn

Bei Ihnen wurde „Morbus Crohn“ diagnostiziert. Sie fragen sich sicher, was das genau ist und wie das Ihr Leben verändern wird? Auch wenn Morbus Crohn Sie vermutlich Ihr Leben lang begleiten wird, können auch Sie aktiv dazu beitragen, mit Ihrer Krankheit zu leben, sie in Ihren privaten und beruflichen Alltag zu integrieren und damit den Verlauf der Erkrankung positiv zu beeinflussen.

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Was ist Morbus Crohn?

Im Folgenden finden Sie einige charakteristische Fakten zu Morbus Crohn. Ihr wichtigster Ansprechpartner bei allen Fragen bezüglich Ihrer individuellen Situation ist und bleibt in jedem Fall Ihr behandelnder Arzt. 

Entzündungsausbreitung

Entzündungsausbreitung

Charakteristisch für einen Morbus Crohn ist die Ausbreitung der Entzündung im Verdauungstrakt.

Sie kann punktuell gleichzeitig an verschiedenen Stellen des Verdauungsapparats auftreten, so dass entzündete Abschnitte unmittelbar an gesunde angrenzen können.

Ebenso typisch – und im Gegensatz zur Colitis ulcerosa, bei der das Entzündungsgeschehen auf die Darmschleimhaut, der innersten der vier Schichten der Darmwand, beschränkt bleibt: Bei Morbus Crohn kann die Entzündung in alle Schichten des Darmwandgewebes vordringen. Die betroffenen Bereiche sind von sogenannten Entzündungszellen übersäht. Dies hat sowohl Auswirkungen auf die Elastizität als auch auf die „Dicke“ der betroffenen Darmwandbereiche (entzündete Bereiche sind verdickt).

Darmschädigung

Darmschädigung

Infolge der chronischen Erkrankung, die lebenslang mit mehr oder weniger ausgeprägten Entzündungsphasen einhergeht, treten häufig im Krankheitsverlauf nachhaltige Darmschädigungen auf.

Diese können den Verdauungsprozess und die Nährstoffaufnahme so empfindlich stören, dass es zu ernsthaften gesundheitlichen Problemen kommen kann. Morbus Crohn verläuft in der Anfangsphase oft eher symptomarm und tritt später meist schubartig, also im Wechsel von akuten Krankheitsphasen und längeren beschwerdefreien Zeiten, auf.

Ursachen

Ursachen

Die genauen Ursachen für die Entstehung des Morbus Crohn sind trotz intensiver wissenschaftlicher Bemühungen bis heute weitgehend unbekannt.

Es wird vermutet, dass das Zusammenwirken mehrerer Faktoren die Entwicklung dieser Krankheit begünstigt. Dazu zählen erbliche Veranlagung, Infekte, Lebensstil, Ernährung, Rauchen, Beeinträchtigungen der Darm-Schleimhautbarriere sowie Fehlregulationen des Immunsystems. Die intakte, gesunde Darmschleimhaut besitzt eine wichtige, natürliche Schutz- und Barrierefunktion für unseren Körper. Sie verwehrt schädigenden Bakterien und anderen Keimen den Zugang. Ist diese Schutzfunktion der Darmschleimhaut jedoch gestört, können z. B. gefährliche, krankheitserregende Bakterien leicht und ungehindert in den Körper eindringen. Der dadurch entstehende Infekt wird von unserem Immunsystem erkannt und sofort durch eine Abwehrreaktion in Form einer Entzündung bekämpft. Nach erfolgreicher Abwehr wird das Immunsystem normalerweise wieder heruntergefahren und geht in den Ausgangszustand zurück. Der Infekt ist beseitigt und die Entzündung klingt wieder ab. Bei Morbus Crohn scheint dieser Prozess gestört und aus dem Gleichgewicht geraten zu sein. Das Immunsystem befindet sich quasi ständig in „Abwehrhaltung“. Der angestoßene Entzündungsprozess im Darm klingt nicht mehr ab, sondern wird immer weiter vorangetrieben.

Die Folgen: Durch das chronische Entzündungsgeschehen können auf Dauer die Darmschleimhaut und die Darmwand geschädigt werden. Dies führt zu einer starken Beeinträchtigung der normalen Darmfunktion.

Häufigkeit

Häufigkeit

Morbus Crohn ist neben der Colitis ulcerosa die am häufigsten auftretende chronisch-entzündliche Darmerkrankung.

Es wird geschätzt, dass allein in Deutschland rund 320.000 Menschen von einer der beiden Erkrankungen betroffen sind. Etwa die Hälfte davon leidet an Morbus Crohn. Dies entspricht einer Häufigkeit von etwa 100 bis 200 Erkrankten pro 100.000 Einwohner in Deutschland. Anschaulich ausgedrückt würde dies in etwa der Gesamteinwohnerzahl mittelgroßer deutscher Städte wie beispielsweise Heidelberg oder Neuss entsprechen.

Disposition

Disposition

Die Wahrscheinlichkeit an Morbus Crohn zu erkranken, ist für Frauen und Männer annähernd gleich hoch und damit offensichtlich nicht an das Geschlecht gebunden.

Eine eindeutige Häufung dagegen gibt es beim Alter, in dem Morbus Crohn erstmalig auftritt. Oft beginnt er zwischen dem 15. und 35. Lebensjahr und damit in einer Lebensphase, in der u. a. Ausbildung, Berufseinstieg aber auch Partnerschaft und Familienplanung wichtige Weichen für das gesamte Leben stellen. Aber auch Menschen im höheren Alter können noch an Morbus Crohn erkranken. Kinder und Jugendliche können ebenso von Morbus Crohn betroffen sein. Etwa jeder fünfte an Morbus Crohn leidende Patient ist zum Zeitpunkt der Diagnose unter 20 Jahre alt. Vereinzelt beginnt die Erkrankung sogar im Säuglingsalter. Interessant ist auch die Beobachtung, dass es geographische Unterschiede bei der Häufigkeit des Auftretens der Erkrankung zu geben scheint. So sind Menschen in Nordeuropa oder Nordamerika häufiger von Morbus Crohn betroffen als Menschen in Südeuropa oder Südamerika. Dieses Nord-Süd-Gefälle könnte ein Hinweis darauf sein, dass möglicherweise zwischen dem Lebens- und Ernährungsstil in Industrieländern und dem Risiko, an Morbus Crohn zu erkranken, ein Zusammenhang besteht.